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Form-Funktions-Veränderungen Teil 1

Der Hund ist mehr denn je der ständige Begleiter des Menschen! Durch die grosse Aktivität mit dem Hund sind orthopädische Erkrankungen beim Hund ebenfalls ein grosses Thema in der Tierarztpraxis. Durch das enorme Angebot an möglichen Beschäftigungen für den Hund sind auch deren orthopädische Erkrankungen vielseitiger geworden und zum Teil komplexer! Trotz vielen diagnostischen Hilfsmitteln, bleibt das Hinken oft unklar und ohne Diagnose! Mit diesem Hintergrund ist es zwingend, dass sich die Orthopädie auch in der Hundemedizin bemüht, diesem Umstand Rechnung zu tragen. Im Jahre 2007 habe ich das Konzept der Form-Funktions-Veränderungen vorgestellt. In diesem Artikel möchte ich das Konzept erneut in die Aktualität bringen und dazu einige Fälle vorstellen.

 

Definition und Aufgabe der Orthopädie

Die Orthopädie umfasst die Erkennung, Behandlung, Prävention und Rehabilitation von angeborenen sowie erworbenen Formveränderungen, Funktionsstörungen und Erkrankungen nebst Verletzungen der Stütz- und Bewegungsorgane! Dieser Grundsatz gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für den Hund. Tatsache ist aber, dass jener Grundsatz in der Veterinärmedizin bis dahin so nicht kommuniziert wurde!

 

 

 

Definition Form-Funktions-Veränderungen

Je nach Rasse weist das Skelett des Hundes eine unterschiedliche Form auf. Ein Windhund hat beispielsweise einen schlanken und tief ausgeprägten Brustkorb, damit er auf der Jagd sehr schnell einen Hasen jagen kann!

 

 

 

 

Ein Rottweiler hingegen hat einen stämmigen und muskulösen Körper, um seine Aufgabe des Schutzdienstes souverän bewerkstelligen zu können. Daran erkennt man die hohe „Form-Variabilität“ des Hundes. Somit ist die Grundlage für die gewünschte Aufgabenstellung und deren volle Erfüllung, eine optimale Skelettform. Von einem Rottweiler wird zum Beispiel keine Rennleistung wie von einem Windhund verlangt! Wodurch die Form des Skeletts typisch für die Rasse und für dessen Leistung ist. Nur eine optimale Form des Skeletts kann die volle Leistung erbringen! Haben wir nun die Grundvoraussetzung eines gesunden Skeletts erfüllt, (eine gesunde Form), so kann dieses Skelett die von ihm verlangte Aufgabe, beziehungsweise die Funktion, erfüllen. Wie zum Beispiel den Schutzhund für den Schutzdienst, den Windhund für den Sprint oder die Jagd! Eine gesunde Form erfüllt volle Funktion! Das Skelettsystem besteht aus stützenden und bewegenden Organen. Beide sind unzertrennlich! Statische und dynamische Aufgaben ergänzen sich und ermöglichen erst damit eine zielgerichtete Fortbewegung!

 

 

 

Grundsätzlich ist die Einheit von Form und Funktion nur gewährleistet, wenn auch die an den Stütz- und Bewegungsorganen beteiligten Strukturen im makro- und mikromorphologischen Bereich in ihrer Integrität ungestört sind. Der Aufbau dieser Strukturen ist zum Teil genetisch bestimmt, erhält aber definitiv auch Einfluss von aussen! An dieser Stelle möchte ich auf die Ellenbogendysplasie verweisen! Es ist klar ein Zusammenhang zur Genetik zu machen. Aber die Biomechanik sowie die Form-Funktions-Veränderungen sind ebenfalls zu berücksichtigen! Diese kann durch Stoffwechselvorgänge und zahlreiche innere sowie äussere Einflüsse modifiziert werden, welche als Erkrankungspotential für die Entstehung orthopädischer Erkrankungen eine grosse Rolle spielen können aber auch Angriffsziel von Therapiemassnahmen darstellen. An dieser Stelle sind, unter anderem, vor allem an Nierenerkrankungen oder Tumore zu denken. Die Diagnose orthopädischer Erkrankungen darf sich deshalb nicht in einer Analyse von Form-Funktionsstörungen verlieren, sondern muss auch diese Wechselwirkungen berücksichtigen, die für das Krankheitsbild von orthopädischen Erkrankungen bedeutsam sind! Somit ist der Orthopäde grundsätzlich gefordert, dass er neben den primär bewegungsbildenden Strukturen und dessen Erkrankungen, auch den Blick über den Tellerrand hat und die Innere Medizin oder Endokrinologie (Hormone) im Hinterkopf behält. Als besonderes Beispiel sollte die Schilddrüse erwähnt werden. Eine länger anhaltende orthopädische Erkrankung, beziehungsweise ein chronischer Schmerzprozess führt längerfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Es versteht sich von selbst, dass die Substitution der Schilddrüse (Therapie mit Schilddrüsenhormon) nicht das Problem löst, sondern nur eine symptomatische Therapie ist. Leider wird dieser Umstand immer wieder vergessen sodass das Hormonsystem Reaktionen auf primäre Grunderkrankungen vollzieht! In diesem speziellen Fall schmerzhafte, orthopädische Erkrankungen!

 

Nach diesen einführenden Erläuterungen bezüglich Orthopädie und das Verständnis bezüglich der Betrachtungsweise der Orthopädie, widmen wir uns nun zwei praktischen Beispielen!

 

 

Beispiel 1

Der Hund aus dem ersten Video wurde mir auf Grund des auffälligen Gangbildes vorgestellt. Der Hund zeigt eine schräge Hinterlaufachse. Beide Hinterläufe sind diagonal nach rechts unter verlagert, die Vorführphase rechts ist „abgebrochen“ und die Beweglichkeit im Oberschenkel rechts total vermindert. Beide Vorderläufe sind im Ellenbogenbereich sehr breit gehalten und nach aussen gedreht. Das Gangbild sieht dadurch aus, wie „John Wayne beim Laufen“! Die Kopfhaltung ist eher tief.

 

 

 

In der zweiten Sequenz dieses Falles fällt auf, dass der Hund einen besseren Geradeauslauf und eine bessere Frequenz des Bewegungsmusters aufweist. Zudem ist die Kopfhaltung aufrecht, die Ellenbogenstellung nun gleichmässig und die Achse in der Sitzposition praktisch regelmässig.

 

 

 

 

 

 

Bei der Betrachtung der RX Bilder ist man sicher sehr erstaunt wie rund, trotz diesen Veränderungen im Becken, der Hund noch laufen kann! Die Darmbeinschaufel sowie die Incisura schiadica mit Acetabulum ist nach innen rotiert und die Beweglichkeit des Oberschenkels deutlich eingeschränkt! Grundsätzlich ist der Hund ein stiller Leider! Auf Grund des Bewegungsmusters zeigt der Hund hier klar auf, dass er fähig ist sehr lange eine Einschränkung zu kompensieren! Spätfolgen dieser Form-Funktions-Veränderung können allerdings eine Entwicklung von Arthrose mit sich bringen.

 

 

Beispiel 2

In unserem zweiten Beispiel ging es wieder darum ein Gangbild zu beurteilen! Das Bewegungsmuster der Hinterhand ist eng, wir sehen beider Hinterläufe praktisch durch die Vorderläufe hindurch. Das rechte Hinterbein dreht nach aussen ab und die Abfussung ist von innen nach aussen. Die Sitzposition ist auffällig. Das Gewicht wird nach links verlagert und das rechte Bein wird deutlich nach vorne und aussen gesetzt. Die linke Schultergliedmasse dreht kompensatorisch nach aussen! In der Untersuchung ist aufgefallen, dass die rechte Kniescheibe auf etwas mehr Druck gleich raus springt! (habituelle Patellaluxation)

 

 

 

 

Die Röntgenbilder weisen wiederum eine eindrückliche Form-Funktions-Veränderung auf! Der Oberschenkel rechts zeigt einen Knick, die Kniescheibe ist nach innen verschoben! Auf der seitlichen Aufnahme ist der Knick ebenfalls eindrücklich zu sehen. Unter diesen Voraussetzungen ist dieses Gangbild nicht erstaunlich. Hier ist sinnvoll, wenn der Hund sein Längenwachstum abgeschlossen hat, das Skelett nochmals zu beurteilen und anschliessend empfiehlt sich eine Korrekturosteotomie oder dann ebenfalls die „Patella-OP“! Ziel der chirurgischen Intervention soll sein, die Langzeit-Optik des Bewegungsmusters soweit zu korrigieren, dass die Wahrscheinlichkeit einer Arthrose im mittleren Alter und Alter des Hundes minimal ist!

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